Taufe Baby Jakobsmuschel

Warum taufen? Die Gründe für die Taufe

Theologen, Eltern und Atheisten streiten sich immer häufiger über die Taufe im Kindesalter und stellen die Frage, ob eine Taufe mit religiöser Fremdbestimmung einhergeht. Doch die Taufe ist auch ein positiver Anlass, der Eltern und Kindern viel innere Kraft verleihen und jungen Familien auch materiell helfen kann. Die Taufe ist eine fundamentale Entscheidung im Leben eines Kindes und seines Umfelds. Sie sollte mit Bedacht und Besonnenheit getroffen werden, da eine Taufe viel Einfluss auf das Leben eines Kindes nehmen kann.

Zwar ist eine Taufe zunächst ein feierliches und fröhliches Ereignis, doch erntet auch berechtigte Kritik. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über das Für und Wider einer frühen Kindstaufe, ► welche Bedeutung das Fest im Leben einer Familie haben kann und ► wie Sie die Taufe Ihrem Kind erklären können.

Warum lassen sich Christen taufen?

Die Geschichte der christlichen Taufe begann mit Johannes dem Täufer, der die erste Wassertaufe durchführte.

Die Taufe ist der ursprüngliche Moment, in dem ein Kind einen eigenen Namen bekommt und ganz offiziell in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen wird. Dabei spielen nicht nur religiöse Faktoren eine Rolle, sondern auch das soziale Verständnis von Gemeindezugehörigkeit. Es geht darum, einen neu geborenen oder hinzugekommenen Menschen mit der angemessenen Freude ins Gemeindeleben aufzunehmen und religiöse Anleitung und Freundschaft zu versprechen.

Doch das Ritual der Taufe ist nicht nur Kleinkindern vorbehalten. Auch Schulkinder und Erwachsene können sich taufen lassen. Da einige Eltern mit der Taufe abwarten, bis das Kind eine gewisse Mündigkeit entwickelt hat, finden viele Taufen von Kindern zwischen dem 8. und dem 12. Lebensjahr statt.

Auch Erwachsene, die erst später zum Glauben finden oder eine Konfession wechseln, können sich (erneut) taufen lassen, um ihre Verbindung zur Gemeinde und zu Gott zu stärken.

Unterschiede zwischen katholischer und evangelischer Taufe

Diese beiden Konfessionen unterscheiden sich vor allem in der Durchführung der Taufe. Während die katholische Kirche größeren Wert auf ursprüngliche Riten und Gesten legt, sind evangelische Taufen oft freier oder sogar formloser.

Aus theologischer Perspektive unterscheiden sich die beiden Konfessionen vor allem durch die religiöse Einordnung.

Die katholische Taufe enthält während des Rituals kleinere "Exorzismen", die aus dem Glauben entstehen, schlechte spirituelle Energien durch gute zu ersetzen. Zudem spielt die katholische Taufe im religiösen Zusammenhang eine drastischere Rolle: Wer nicht getauft ist, kommt nicht in den Himmel - oder nur unter bestimmten Voraussetzungen. Zwar lockert sich diese Auffassung mittlerweile sogar im Vatikan, doch stellte sie bereits früh einen Unterschied zur evangelischen Theologie dar.

Für diejenigen, die sich hinsichtlich der Konfession nicht sicher sind, kann eine ökumenische Taufe geeignet sein. Hier werden konfessionelle Unterschiede bewusst ignoriert, um die Taufe für alle Angehörigen des Christentums integrativer zu gestalten.

Warum das eigene Kind taufen?

Für Eltern, die selbst Gemeindemitglieder sind, ist eine Taufe der nächste logische Schritt. Wird ein Kind in eine Gemeinde hineingeboren, kann es für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis zu sein, die spirituelle und soziale Aufnahme des Kindes in die Gemeinde zu feiern. Jedes Gemeindemitglied hat durch die Tauffeierlichkeiten die Möglichkeit, Kind und Eltern zusammen zu erleben und als neu entstandene Familie wahrzunehmen. Das Kind bekommt ganz offiziell einen eigenen Namen und einen eigenen Platz in der Gemeinde.

Zwar bekommt ein Neugeborenes oder ein Kleinkind von der eigenen Taufe noch nicht viel mit, doch wirken positive unterbewusste Kräfte in der Gemeindedynamik, die dem Kind Selbstbewusstsein und ein Zugehörigkeitsgefühl verleihen, bevor es den Akt der Taufe versteht.

Ein weiterer Aspekt ist rein religiöser Natur: Wer daran glaubt, eine Taufe bringe das Kind Gott näher, sollte nur das Beste für das eigene es anstreben und verantwortungsvoll dafür Sorge tragen, dass das Kind den entsprechenden Segen enthält.

Doch auch Eltern, die sich in diesem Punkt nicht sicher sind, können eine Taufe durchführen lassen: Denn schaden tut sie nicht.

Wer das eigene Kind religiös unterrichten will und ihm die Existenz von Jesus und dem heiligen Geist beibringen möchte, sollte das Kind taufen lassen, um ihm später zu vermitteln, dass für sein Seelenheil gesorgt ist.

Willkommen im Leben

Eine Taufe kann klein oder groß gefeiert werden. Bei Neugeborenen ist eine Tauffeier die spirituelle Form einer "Baby Willkommensparty" oder einer sogenannten "Baby Shower". Das Fest bietet, anlässlich des Familienzuwachses, eine wunderbare Gelegenheit, die Familie zu versammeln und einen Ort der Begegnung zu schaffen. Da der Täufling zudem noch Sach- und Geldgeschenke erhält, kann eine Taufe gerade junge Familien unterstützen und ihnen etwas materielles Startkapital verschaffen, das sie bei dem Leben als frische Eltern gut gebrauchen können.

Oftmals erhält der Täufling speziell auf die Taube bezogene Geschenke. In einigen Fällen werden anlässlich der Taufe sogar Patenschaften übernommen, Bausparverträge und Sparkonten angelegt oder andere Dinge veranlasst, die der Zukunft des Täuflings dienen. Unter weltlichen Gesichtspunkten sendet eine Taufe vor allem die Botschaft "Willkommen im Leben. Wir sind für dich da und freuen uns, dass du Teil unserer Gemeinschaft bist."

In vielen Fällen findet die Taufe nicht unmittelbar nach der Geburt, sondern erst einige Monate oder ein halbes Jahr nach der Geburt statt, wenn sich die ersten Wogen des aufwühlenden Eltern-Alltags geglättet haben. Gerade für junge Mütter, die eine entbehrungsreiche und oft anstrengende Zeit hinter sich haben, kann eine Taufe ein guter Anlass zur Ausgelassenheit, Entspannung und Fröhlichkeit sein. Wem die Organisation eines Tauffests zu aufwändig ist, kann sich an die Taufpaten wenden, die das Kind während der Taufe physisch halten und ihnen eine religiöse Partnerschaft versprechen.

Was spricht gegen eine Taufe?

Über die Taufe im frühen Kindesalter wird unter Eltern, wie auch Theologen viel diskutiert. Einige Stimmen halten es für übergriffig und fremdbestimmt, bereits so früh ein religiöses Ritual mit einem Kind zu vollziehen. Andere, etwas gemäßigtere Stimmen, schlagen vor, die Kindstaufe auf eine spätere Lebensphase, zum Beispiel das Schulalter zu legen. Dem zugrunde liegen einerseits die Selbstbestimmung, aber auch die Bewusstheit, mit der der Taufprozess erlebt wird. Eine Taufe ist im Leben so wichtig, dass es schade wäre, diese nicht bewusst zu erleben.

Wieder andere Stimmen halten Taufrituale schlichtweg für nicht mehr zeitgemäß und überflüssig, da moderne theologische Theorien den Zusammenhang von Taufe und Seelenheil infrage stellen.

Problematisch wird es auch, wenn Eltern, die eigentlich keinen Bezug zur Kirche haben, ihr Kind taufen lassen, weil es in ihren sozialen Kreisen als "normal" gilt. Eine Taufe sollte niemals aus Unentschlossenheit oder Druck entstehen, sondern ein reflektierter, gewollter und bewusster Prozess sein. Für manche Gemeindemitglieder kann es zudem befremdlich sein, einen Täufling und seine Eltern nur ein einziges Mal in der Kirche zu sehen, ohne dass diese ein ernsthaftes Interesse an der religiösen Gemeinschaft zeigen.

Agnostische und atheistische Menschen sollten sich lieber gegen eine Taufe im Kindesalter entscheiden, als einen unfreiwilligen und extern angeregten Schritt zu machen. Andersherum sollten religiöse Menschen niemanden unter Druck setzen oder mit bedrohlichen Prophezeiungen belegen, nur weil ein Kind (noch) nicht getauft ist.

Wie erkläre ich meinem Kind, dass es getauft wird?

Ist das Kind in einem Alter, wo es die Taufe bewusst erlebt, sollten Sie sich Gedanken machen, wie Sie diesen Schritt erklären. Ein geeignetes, und vielzitiertes Bild in der Kinderreligion, ist der Hirte mit seinen Schafen. Erklären Sie dem Kind, dass es nun zu einer Gruppe dazugehört und einen eigenen Hirten hat, der auf es achtet und es kennt. Erklären Sie dem Kind, dass es ein großes Fest geben wird, dass es möglicherweise Geschenke erhalten wird und dass die Familie sich nur für das Kind versammelt.

Wenn Sie das Kind auf das Taufritual vorbereiten wollen, können Sie dies spielerisch mit einer Puppe oder einem anderen Kind tun. Sorgen Sie sich beim Üben nicht um Respektlosigkeit: Gott wird es gewiss verstehen, dass das Taufen manchmal geübt werden muss.

Lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden, wie die Taufkerze aussehen soll, welche Kleidung es tragen soll und vielleicht sogar, welches Lieblingslied gesungen werden soll. Ist das Kind für derartige Entscheidungsprozesse noch zu klein, machen Sie sich Gedanken, was am besten zum Wesen des Kindes passt und wie Sie am besten in seinem Sinne handeln sollen.

Ob Sie Ihr Kind taufen lassen oder nicht, liegt ganz bei Ihnen. Handeln Sie stets im besten Interesse Ihres Kindes und lassen Sie sich nicht drängen. Wenn Sie sich mit einer Taufe in der frühen Kindheit unsicher sind, können Sie auch einige Jahre abwarten und diese Frage später gemeinsam mit dem Kind behandeln. Doch in einem Punkt können Sie sicher sein: Eine Taufe hat zwar manchmal mit Wasser zu tun und bringt die Gefahr, etwas nass zu werden, tut aber gewiss nicht weh.